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''Ménage à trois'' mit Mark Streit: Mittendrin statt nur dabei

''Ménage à trois'' mit Mark Streit: Mittendrin statt nur dabei
Pittsburgh Penguins General Manager Jim Rutherford hat bei der alljährlichen NHL-Trade Deadline einmal mehr eine taktische Meisterleistung abgeliefert. Mittendrin statt nur dabei: Mark Streit.

Sven Andrighetto und Mark Streit mussten gestern die Koffer packen: Sie wurden während der Trade Deadline (letzte Gelegenheit für sportlich, taktisch und ökonomisch motivierte Transfers während einer Saison) zu einem anderen Club transferiert. Während bei Andrighetto die Angelegenheit eher Routine war (letztes Vertragsjahr in Montreal, kein Interesse der „Habs“ an einer Vertragsverlängerung), ging es im Falle von Mark Streit hoch zu und her. Schliesslich landete der 40-jährige bei den Pittsburgh Penguins, weil drei General Manager sich auf einen „Flotten Dreier“, einer so genannten „Ménage à trois“ einigten.

''Ménage à trois'' mit Mark Streit: Mittendrin statt nur dabei
Mehrere Gründe für einen Trade

Doch alles mal der Reihe nach: Das GM-Geschäft in der NHL ist heute ein Zusammenspiel zwischen sportlichen (Teambuilding), taktischen (Timing der Transfers, Verhandlungstaktik) und ökonomischen Aspekten (Salary Cap, angehende Vertragsverhandlungen). Die Clubs in der NHL bewegen sich dank des Geschicks ihrer General Manager in einer Grauzone nahe der Salärobergrenze. Genau dort, wo man sich durch geschickte Manöver jeweils noch Platz schaffen kann für Transfergeschäfte. So wie die Philadelphia Flyers, die Tampa Bay Lightning und die Pittsburgh Penguins auch.

Jetzt ist es so, dass zur Trading Deadline einige (teure) Spieler sich in einem auslaufenden Vertragsverhältnis befinden. So wie aktuell Mark Streit, der die so genannte „Cap Hit“ der Flyers mit 5,25 Millionen belastet(e). Oft sind diese Spieler im Transfergeschäft während der Trading Deadline begehrt. Einerseits will der Club sie transferieren, um noch einen Gegenwert zu erhalten (nach Vertragsende würde beispielsweise Mark Streit ohne Gegenwert zu einem anderen Club wechseln dürfen) oder um für Transfergeschäfte und Vertragsverlängerungen mit Leistungsträgern genug Platz nach oben in der Salärobergrenze zu haben.

Eine richtiggehende "Win-WIn-Win-Situation"

Mark Streit war deshalb ein interessanter Protagonist beim „Flotten Dreier“ zwischen Pittsburgh, Tampa und Philly, weil einerseits die Flyers Platz in der Salary Cap brauchten, um Valtteri Filppula - einen begehrten Centerspieler – von Tampa zu übernehmen. Andererseits muss Tampa Bay im Sommer 2017 in Vertragsverlängerungs-Verhandlungen mit vier Leistungsträgern. Das wird sehr teuer für GM Steve Yzerman. Er musste also Platz schaffen in seiner Salary Cap. Und da kommen „König Zufall“ und das optimale Timing ins Spiel: Vor dem Tauschgeschäft mit Filppula und Streit, einigte sich Steve Yzerman hinter den Kulissen bereits mit Pittsburgh GM Jim Rutherford darauf, dass Mark Streit zu den „Pens“ gehen könne. Im Gegenzug für zwei Viertrunden-Draftpicks. Eine „Win-Win-Win“-Situation für alle drei Beteiligten ist geschaffen worden. Denn die Penguins – Stanleycup-Verteidiger und auch heuer im Playoff-Favoritenkreis – brauchen aufgrund ihrer Verletzungsmisere bei wichtigen Defensivleuten (Letang vorübergehend ausser Gefecht, Daley und Maata langzeitverletzt) dringend Nachschub. Mark Streit war der ideale Kandidat, zumal Tage zuvor bereits ein weiterer erfahrener Verteidiger, Ron Hainsey, verpflichtet wurde. Kleines Detail am Rande: Mit eben diesem Ron Hainsey war Mark Streit in Montreal vor vielen Jahren beim Saisonvorbereitungscamp in Konkurrenz um einen Platz im NHL-Team. Der Schweizer wurde schliesslich Hainsey vorgezogen.

''Ménage à trois'' mit Mark Streit: Mittendrin statt nur dabei
Für Mark Streit bedeutet dies: Kurzfristig eine einmalige Chance, in einem „Cup Contender Team“ um die begehrteste Clubtrophäe der Welt zu spielen. Zusammen mit Sidney Crosby & Co.! Er kann sich mit starken Playoffleistungen für einen letzten lukrativen NHL-Vertrag empfehlen. Andererseits ist jetzt schon klar: Streit ist ein typischer „Leihspieler“, der nach der Saison frei sein wird, mit allen Clubs zu verhandeln, aber im Grunde genommen wieder bei Null anfangen muss. Ob die „Pens“ ihm dann einen Vorschlag machen und ob er langfristige Angebote aufgrund seines Alters erhält, steht also noch in den Sternen.

''Ménage à trois'' mit Mark Streit: Mittendrin statt nur dabei


Von Joël Ch. Wüthrich**

 

** Joël Wüthrich ist schreibt wöchentlich Hintergrundberichte über die NHL in der Fachpubikation Eishockey News und hat ein ausgezeichnetes Beziehungsnetz. Seit 1992 ist er Chefredaktor diverser Publikationen und Produktionen, unter anderem auch der Fachpublikationen Slapshot (2003-2006) und Top Hockey (1999-2003, 2006-2012). Joël Wüthrich leitet ein crossmedial aufgestelltes PR-Büro und eine Player's Management Agentur (Sportagon), ist Crossmedia-Stratege und HF-Dozent für Kommunikation und Marketing. Er analysiert seit 30 Jahren als Autor/Chefredakteur für Fachpublikationen in der Schweiz, Deutschland sowie in Kanada die NHL und beobachtet das Eishockeygeschehen weltweit intensiv. Der 50-jährige Familienvater arbeitet in der Schweiz und in Montréal, wo ein grosser Teil seiner Verwandtschaft wohnt.


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