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Der Glückstreffer mit den ''Preds''

Der Glückstreffer mit den ''Preds''
Ein Stanleycup-Final Pittsburgh Penguins gegen die Nashville Predators: Nicht unbedingt das Traumszenario der TV-Anstalten, der Vermarkter und Werbetreibenden. Irrtum – Diese Paarung war ein Glückstreffer.

Auch wenn Pittsburgh einer der relativ grossen (Eishockey-) US-Märkte ist, so konnte man nicht erwarten, dass Nashville landesweit und auch in Kanada für ein Ansteigen des Interessenpotenzials für die Stanleycup-Finals sorgen würde. Doch es hat gute Gründe, warum dies so ist.

In der Kanadischen Eishockey-Community befinden sich noch viele "Eishockey-Puristen“. Der Sport wird immer fleissig konsumiert. Die US-Amerikanische Eishockey-Fangemeinschaft liebt jedoch besonders das grosse "Storytelling“ rund um die Ereignisse und Spiele. "Personalities“ - um beim anglizistischen Sprachgebrauch zu bleiben – sind wichtig und gewissermassen die Werbeträger des Events. Und solche besonderen Persönlichkeiten waren in der Finalserie 2017 "en masse“ am Werk. Zudem lieferten P.K. Subban & Co. auch sportlich eine Top-Leistung und gute Randgeschichten. Kurz gesagt: Es wurde für reichlich Unterhaltung gesorgt.

Unterhaltung pur – auf jeder Ebene

Unterhaltend war zudem auch der mitreissende Playoff-Parcours der Nashville Predators. Nicht nur die Fangemeinde in Tennessee liess sich von der "Preds“-Begeisterung mitreissen. Diese starke Identifikation der Region und der Fans sowie die besondere Stimmung im Stadion war ein Dauerbrenner in den Medien. Dieser Aspekt wurde sehr gut von den Medienschaffenden an die potentiellen Zielgruppen transportiert. Und zwar so, dass viele anfingen, sich von der Begeisterung der Fans in Nashville anstecken zu lassen. Auch ausserhalb der Region. Dass auch in Pittsburgh die Penguins traditionell im lokalen Markt einen enormen Rückhalt und viel Sympathie generieren, ist seit vielen Jahren bekannt und nachgewiesen. Mit ihren Stars und Sympathieträgern im Team sowie sorgten auch sie für viel Interesse bei den Eishockeyfans und bei denen, die vielleicht ihre Begeisterung für die NHL wieder entdeckt haben. Dazu kommt, dass eine Vielzahl bekannter Persönlichkeiten aus dem Showbusiness, TV, Sport, Politik und Kultur ihre Begeisterung für das NHL-Eishockey zelebrierten. Und so entwickelte sich diese Finalpaarung zum absoluten Quotenrenner. Vielleicht unerwarteterweise, aber eben erklärbar.

Ein voller Erfolg für die TV-Sender und Vermarkter

Die Zahlen sind aussagekräftig: Die TV-Quoten stiegen im Vergleich zum Vorjahr (Penguins gegen die San José Sharks) jeweils zwischen 28 Prozent bis zu 45 Prozent. Dazu kommt, dass immer mehr die Spiele nicht am TV konsumieren, sondern über andere Endgeräte online streamen. Die aktuelle Finalserie ist drauf und dran, eine der Bestmarken aus den letzten Jahren (Chicago Blackhawks gegen Boston Bruins 2013) zu toppen. Alle Partien der Penguins gegen die Predators hatten eine massiv höhere Quote als die Finalpartien 2016. Das hat unter anderem auch mit der Dramaturgie und Attraktivität der Finalspiele zu tun. Ein interessantes Detail: Historisch ist Spiel 1 eines Stanleycup-Finals ein Quotenrenner und ein Indiz für die Attraktivität der Paarung. Das Eröffnungsspiel 2017 klassierte sich im Ranking auf Platz drei aller "Opener“ seit der Jahrhundertwende. Aussagekräftig sind auch die lokalen Werte: Im Durchschnitt erreicht man in Pittsburgh und Nashville nahezu 9 Prozent Abdeckung. In manchen Zeitfenstern während den Partien verfolgt sogar fast 15 Prozent der lokalen Gesamtbevölkerung (der Regionen Pittsburgh und Nashville) den Ausgang der Spiele live. Der absolute "Peak“ wurde in Spiel 4 in der Region Nashville erreicht mit 28 Prozent Marktanteil und Erreichbarkeit der lokalen Gesamtbevölkerung. Jede/r Dritte in der Region Nashville (alle demografischen Zielgruppen inklusive) verfolgte also die Partie live.

Die offiziellen Sender mit den Übertragungsrechten - NBC in den USA, CBC und Sportsnet in Kanada (TVA für die Provinz Quebec) – machten ausserdem einen grandiosen Job in Sachen Vermarktung der Playoffs und speziell der Finalserie. Aber auch bezüglich des Unterhaltungswertes der Übertragungen. Für Gary Bettman als "Chefvermarkter“ und Expansions-Treiber der NHL musste dies eine helle Freude sein.

Joel. Ch. Wüthrich**

** Joël Ch. Wüthrich publiziert wöchentlich Hintergrundberichte über die NHL in der Fachpubikation Eishockey News und hat ein ausgezeichnetes Beziehungsnetz in Nordamerika. Seit 1992 ist er Chefredaktor diverser namhafter Publikationen und Produktionen, unter anderem leitete er auch die Fachpublikationen Slapshot (2003-2006) und Top Hockey (1999-2003, 2006-2012). Joël Wüthrich leitet hauptberuflich ein crossmedial aufgestelltes PR-Büro und eine Player's Management Agentur (Sportagon), ist Crossmedia-Stratege und HF-Dozent für Kommunikation und Marketing. Er analysiert seit 30 Jahren als Autor/Chefredakteur in der Schweiz, Deutschland sowie in Kanada die NHL und beobachtet das Eishockeygeschehen weltweit intensiv. Der 50-jährige Familienvater arbeitet in der Schweiz und in Montréal, wo ein grosser Teil seiner Verwandtschaft wohnt.

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