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Nach den ''vier Musketieren'' kommt nun Nico Hischier als ''Botschafter'' ins Spiel

Nach den ''vier Musketieren'' kommt nun Nico Hischier als ''Botschafter'' ins Spiel
Vor der Stanleycup-Finalserie war klar: Mindestens ein Schweizer NHL-Profi von den „vier Musketieren“ (Mark Streit, Roman Josi, Yannick Weber, Kevin Fiala) wird den Pokal in die Höhe stemmen. Für das Image des Schweizer Eishockeys war die mediale Abdeckung der Finalspiele ein unschätzbarer Gewinn. Aber einer wird das alles noch toppen: Nico Hischier.

Den Teilerfolgen der Schweizer Nationalmannschaften und der Schweizer NHL-Spieler zum Trotz: Für die breite NHL-Fangemeinde in Nordamerika sind die Schweizer Eishockeyspieler nach wie vor „Exoten“ oder bestenfalls Spieler einer „aufstrebenden Eishockeynation mit gutem Förderprogramm“.

Machen wir uns nichts vor: Nicht einmal die (paar wenigen) sensationellen Siege der „Eisgenossen“ gegen Kanadische Nationalmannschaften oder das eine oder andere starke IIHF Turnier (A-“Nati“ oder Junioren) und auch nicht die Präsenz einiger NHL-Stammspieler wie Nino Niederreiter & Co. Vermochten diese Perzeption zu ändern. Etwas höher im Kurs und die wohl verdiente „Anerkennung“ erhalten die Schweizer Spieler natürlich von Fachleuten und jenen Fans und Interessierten, die sich intensiver mit dem internationalen Eishockey befassen.

Grosse Medienpräsenz und die Schweizer mittendrin

Dass Mark Streit zum Stanleycup-Sieger wurde, ist eine verdiente Krönung einer langen Karriere mit vielen Hochs und wenigen Tiefs. Der Berner hat sich diese Ehre erkämpft mit seinem unglaublichen Fleiss und seiner Hartnäckigkeit. In der Nordamerikanischen Eishockey-Fangemeinde wird seine Erfolgsgeschichte jedoch weniger Wirkung erhalten, als wenn beispielsweise Roman Josi in seiner Schlüsselspieler-Rolle oder gar als Playoff MVP den Titel gewonnen hätte. Dennoch: Durch die nationale mediale Präsenz der Stanleycup-Finals in den USA und in Kanada rückten zumindest zwei Schweizer (Roman Josi und Yannick Weber) mit Stammplatz und somit regelmässigen Playoff-Einsätzen ins NHL-Rampenlicht.

Nico Hischier wird zum "Image-Booser" für das Schweizer Eishockey

Was jedoch jetzt in den kommenden Wochen folgt, wird dem Image des Schweizer Eishockeys noch stärker nutzen: Entweder als Nummer Eins oder als Nummer Zwei wird Nico Hischier im NHL Draft 2017 die Schlagzeilen bei den Eishockey affinen Nordamerikanischen Medien beherrschen. Die Drafts gehören jedes Jahr zu einem der ganz grossen Themen – besonders in Kanada. Dass ein Schweizer womöglich zum Nummer Eins-Draftpick avanciert ist ennet dem grossen Teich eine grosse Story und kommt für den Grossteil der Eishockeyinteressierten einer „Sensation“ gleich. Man wird noch viel stärker über das Schweizer Eishockey und die Entwicklung der letzten Jahrzehnte debattieren als wenn ein Schweizer NHL Crack den Stanleycup als Teammitglied gewinnt. Zumal, die Top 3-Draftpicks global und intensiv vermarktet werden. Denn auch schon bei den Draftpicks ist „Vermarktung 3.0“ Trumpf.

Noch bevor die Stars der Zukunft auch nur ein Spiel in der NHL absolviert haben, werden die besten jeden Jahrgangs bereits hochprofessionell vermarktet. Ein Beispiel: Als die Toronto Maple Leafs Auston Matthews im Sommer 2016 als Nummer Eins-Draftpick overall gewählt hatten, wurde dieser sofort in die Vermarktung einbezogen. Ein Spieler dieses Kalibers ist für jeden Club Gold wert und wie ein Lotto-Sechser für die Marketingspezialisten.

 

Joel. Ch. Wüthrich

Joël Ch. Wüthrich publiziert wöchentlich Hintergrundberichte über die NHL in der Fachpubikation Eishockey News und hat ein ausgezeichnetes Beziehungsnetz in Nordamerika. Seit 1992 ist er Chefredaktor diverser namhafter Publikationen und Produktionen, unter anderem leitete er auch die Fachpublikationen Slapshot (2003-2006) und Top Hockey (1999-2003, 2006-2012). Joël Wüthrich leitet hauptberuflich ein crossmedial aufgestelltes PR-Büro und eine Player's Management Agentur (Sportagon), ist Crossmedia-Stratege und HF-Dozent für Kommunikation und Marketing. Er analysiert seit 30 Jahren als Autor/Chefredakteur in der Schweiz, Deutschland sowie in Kanada die NHL und beobachtet das Eishockeygeschehen weltweit intensiv. Der 50-jährige Familienvater arbeitet in der Schweiz und in Montréal, wo ein grosser Teil seiner Verwandtschaft wohnt.