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''Ich weiss, dass ich am Ende des Tages glücklich sein werde''

''Ich weiss, dass ich am Ende des Tages glücklich sein werde''
Nico Hischier dürfte in der Nacht auf Samstag Schweizer Eishockey-Geschichte schreiben. Der 18-jährige Walliser wird im NHL-Draft in Chicago mit grosser Wahrscheinlichkeit als Nummer 1 oder 2 gezogen.

Dass Schweizer Spieler in der ersten Runde (Top 30) berücksichtigt werden, ist mittlerweile nicht mehr aussergewöhnlich. Seit 2008 war das sechsmal der Fall und insgesamt achtmal. Den Sprung in die Top Ten schafften aber bloss zwei Schweizer: 2010 Nino Niederreiter als Nummer 5 und vor zwei Jahren Timo Meier als Nummer 9.

Hischier wird nun gar von vielen Experten als Topdraft gesehen, so auch im finalen Ranking des renommierten kanadischen Senders TSN. Dieses basiert auf einer Umfrage von zehn NHL-Scouts. Vor der vergangenen Saison hatte TSN den Walliser noch als Nummer 16 gesehen - von so weit hinten hatte es dort zuvor noch keiner nach ganz vorne geschafft. Das unterstreicht, welch positive Eindrücke Hischier in seiner ersten Saison in Nordamerika beim Juniorenteam Halifax Mooseheads hinterlassen hat. In 63 Partien gelangen ihm 41 Tore sowie 52 Assists.

 

Eine noch höhere Gewichtung erhielten aber dessen Leistungen an der U20-WM in Montreal und Toronto, wo er gegen die mehrheitlich älteren Konkurrenten mit vier Treffern und drei Assists brillierte. Bei der 2:3-Niederlage im Viertelfinal gegen den späteren Weltmeister USA erzielte er beide Tore, und beinahe wäre er noch ein drittes Mal erfolgreich gewesen.

Dass Hischier im vergangenen Jahr den Sprung nach Übersee wagte, sagt vieles über ihn aus. Denn SCB-Coach Kari Jalonen hatte ihn zuvor umgarnt und ihm eine gute Rolle in der NLA angeboten. Zudem hätte er bei Bern mit Bruder Luca zusammenspielen können. Nico Hischier sah aber bessere Entwicklungsmöglichkeiten bei Halifax und dürfte nun den Lohn für den mutigen Entscheid ernten.

''Ich hatte gute Trainer und gute Teamkollegen''

"Ich konnte sehr viele Erfahrungen sammeln", sagte er. "Ich hatte gute Trainer und gute Teamkollegen, die mir viel halfen." Auch neben dem Eis profitierte er stark: "Du wirst selbstständiger, lernst eine neue Kultur, ein neues Lebensbild kennen." Benötigte er überhaupt keine Adaptionszeit? "Am Anfang war schon alles anders, da ich noch niemanden kannte. Ich bin jedoch ein offener und einfacher Typ. Es ist nicht schwierig, dass ich mich mit anderen gut verstehe."

Hischier war bei Halifax nicht nur in der Offensive eine Bank. "Ich habe noch nie einen Spieler im Alter von 17 Jahren gesehen, der defensiv so gut ist, nicht einmal im Ansatz", sagte André Tourigny, der Trainer des Schweizers bei den Mooseheads. In der Offensive sei er vom Kaliber von Henrik Zetterberg, in der Defensive lese er das Spiel auf die gleiche Art wie Pawel Dazjuk. Letzterer ist das Vorbild von Hischier; vom russischen Superstar schaute er schon früh die Highlights.

Nolan und Hischier - gute Freunde und doch Konkurrenten

Beim Draft freut sich Hischier am meisten darauf, "die Zeit mit meiner Familie zu geniessen". Er reiste am Mittwochmittag per Direktflug zusammen mit seinen Eltern und seiner älteren Schwester nach Chicago. Erwartungen hat er gemäss eigener Aussage keine: "Ich weiss, dass ich am Ende des Tages glücklich sein werde. Es kann immer etwas passieren."

Vielmehr dürften aber der Kanadier Nolan Patrick und er die ersten beiden Plätze unter sich ausmachen. Letzterer ist wie Hischier ein Center, in der vergangenen Saison kämpfte er jedoch mit Verletzungen. Patrick ist grösser und schwerer, dafür ist der Walliser dynamischer, spielt er mit mehr Energie und Intensität. Konkurrenzdenken zwischen Hischier und Patrick gibt es allerdings nicht: "Wir sind Kollegen geworden. Ich habe es wirklich gut mit ihm. Ich würde es ihm sehr gönnen, wenn er als Nummer 1 gezogen werden würde und umgekehrt auch", so Hischier.

Als erster an der Reihe sind im Draft die New Jersey Devils, die neue Heimat von Mirco Müller. Danach folgen die Philadelphia Flyers. "Es kann bis am Schluss noch Tauschgeschäfte geben", erklärte Hischier. "Ich darf mich nicht zu stark auf diese beiden Teams fokussieren, sondern muss mich auf alles gefasst machen. Insofern mache ich mir nicht zu viele Gedanken."