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Hischiers Aussichten bei den New Jersey Devils

Hischiers Aussichten bei den New Jersey Devils
Nico Hischier an dieser Stelle vorzustellen wäre Wasser in den Rhein getragen. Gefühlt wurde er in allen zur Verfügung stehenden Medien im Vorfeld des Drafts detailliert vorgestellt. Darum will ich hier einerseits die Bedeutung dieses Drafts beleuchten und andererseits die Aussichten von Nico Hischier bei den New Jersey Devils beurteilen.

Für die Hockey Schweiz ist dieser Draft ein Segen, die Nr. 1 ist ein Segen wenn jetzt die Hausaufgaben gemacht werden und dies entsprechend ausgeschlachtet wird und ich meine jetzt nicht in erster Linie die Vermarktung des Spieler sondern die Vermarktung der Spielerausbildung in der Schweiz und das Potenzial, Hischier als Posterboy für unsere Kids darzustellen. Die Hockeyschweiz ist fähig, Nr.1-Overall-Drafts zu produzieren. Dies muss bei aller Bescheidenheit offensiv, emotional und durchaus auch mit Pathos unseren Kids vermittelt werden. Wir benötigen mehr Kids die Eishockey spielen! Nico Hischier passt hervorragend als Vorbild denn er ist nicht nur ein hervorragender Hockeyspieler sondern auch sympathisch, intelligent und fotogen.

Beste Voraussetzungen, um u. a. mit seiner “Story” unsere Kids zum Hockeysport zu begeistern. Wenn ich über die Landesgrenze hinaus schaue, dann muss man erkennen, dass weder die New Jersey Devils noch Nico Hischier wenigstens vorläufig geeignet sind, die grossen Werbegelder generieren zu können. Die Devils gehören nicht zu den top traditionellen NHL-Clubs, haben auch nur eine maximal durchschnittliche Fanbase und Nico Hischier kommt aus der Schweiz, d.h. ein Land mit extrem beschränkter Marktgrösse; diesbezüglich kein Vergleich mit der Kombination Auston Matthews / Toronto Maple Leafs. Aus sportlicher Sicht ist es weitgehend unbedeutend ob Hischier als die Nr. 1, 2 oder 3 gedraftet wurde. Dies wissen vor allem Nico Hischier selbst und sein Umfeld am besten.

Chancen für Sprung ins NHL-Team stehen gut 

Die sportlichen Perspektiven beurteile ich für Nico Hischier mindestens kurzfristig als bedeutend besser bei den Devils als bei den Philadelphia Flyers. Wenn ich mir die Besetzung auf der Centerposition der Devils zu Gemüte führe, dann würde ich als GM Ray Shero Schüttelfrost kriegen. Keiner der drei am besten beurteilten Center der Devils (Travis Zajac, Pavel Zacha und Adam Henrique) ist völlig unbestritten und dies schon gar nicht wenn man an das übliche NHL-Anforderungsprofil eines Erst- oder Zweitliniencenters denkt. Gut für Nico. Ich glaube, er hat trotz noch leichter physischer Defizite gute Chancen, für die Devils direkt in der NHL aufzulaufen. Schlecht für den SCB, der sich ausgerechnet hat, Hischier in der Saison 17/18 als Attraktion präsentieren zu können. Ich wünsche es dem SCB, dass ich falsch liege mit meiner Vermutung. Nico wünsche ich, dass er das Team der Devils schafft. 

Jetzt soll gefeiert werden, bei den Devils, bei den Hischiers und in der Hockeyschweiz! Freude herrscht, Stolz und dies dürfen wir nun einige Tage auf uns einwirken lassen.

Das Geschehen muss relativiert werden 

Nicht allzu fern ist die Zeit der sachlichen Relativierung des Geschehenen und dies liegt uns Schweizern ja nicht sehr fern… Ja, der Draft, ist nur ein Beginn und bedeutet noch nicht sehr viel für die Karriere von Nico Hischier. Ja, Nico Hischier hat noch kein einziges Spiel in der NHL gespielt und ja, der “Schussaufstieg” auf die “Alpe d’Huez” beginnt erst jetzt. Aber für einmal zeichnet ein Schweizer für die ganz grossen Schlagzeilen verantwortlich und das grundsätzlich extrem spannende Draftszenario geriet etwas in den Hintergrund. Ganz vergessen will ich dies aber nicht:

Wer sind denn aus meiner Sicht die Gewinner und Verlierer des ersten Drafttages? Hierzu will ich einige spektakuläre Trades mit einbeziehen; es war ja nicht nur wegen des Drafts sondern auch wegen hektischer Tradetätigkeit einer der spektakulärsten Tage in dieser NHL-Saison.

Coyotes und Knights mit klugen Picks

Erste Gewinner sind Nico Hischier und die Eishockeyschweiz. Ich wünsche mir, dass dies bei uns auch entsprechend gewürdigt wird. Ebenfalls Gewinner sind die Arizona Coyotes. Der noch nicht 30-jährige GM John Chayka hat mit einigen spektakulären Trades die Coyotes von heute auf morgen besser gemacht. Derek Stepan und Niklas Hjalmarsson sind das Fundament seiner Deals, ich verneige mich! Ebenfalls Gewinner sind die Vegas Golden Knights. Sie haben mit smarten Picks (Brannström ist mein Lieblingspick der Golden Knights) und Trades ein solides Fundament für eine erfolgreiche Zukunft gelegt.

Unzufrieden werden wohl die Fans der Colorado Avalanche sein (wo bleibt der Trade für Matt Duchene?). Unterschätzt wird vielleicht deren 4th-Overall-Pick, Cale Makar. Ein Offesnivverteidiger mit unbeschränktem Potenzial nach oben. Er spielte aber in einer schwachen Liga und somit stehen die Beobachtungen und Rückschlüsse über diesen Spieler auf ziemlich dünnem Eis. Auch die heimischen Fans aus Chicago werden wohl enttäuscht sein denn der Verlust von Hjalmarsson wird sportlich schmerzen, im “Big Picture”, wenn man hinter die Kulissen des Salarycaps und der Vertragssituationen blickt, kann man den Black Hawks hingegen keinen Vorwurf machen. Ich beurteile auch den Tausch von Panarin zu Saad als nicht unbedingt nachteilig für die Black Hawks. 

Frölunda als starke Ausbildungsstätte 

Heute geht es weiter: Die Kleinkunst des Draftens kommt erst so richtig in den späten Runden zum Tragen. Wer heute, am 24. Juni 2017, noch Spieler findet die später tragende Säulen in der NHL werden: Dies werden die wahren Gewinner sein. Leider ist aus Schweizer Sicht nicht mehr sehr viel zu erwarten. Ich erwarte den Zuger Tobias Geisser als Draftpick irgendwann in einer späteren Runde und dann gibt es immer mal wieder den einen oder anderen unerwarteten Pick. Es würde mich aber überraschen wenn insgesamt mehr als drei Schweizer gedraftet werden. Eine dünne Ausbeute wenn man z.B. nur mit dem schwedischen Team Frölunda alleine vergleicht. Bei Frölunda ist es realistisch, dass insgesamt 10 Spieler nur dieses einen Teams gedraftet werden. Dies nenne ich eine Ausbildungsbrutstätte für junge Hockeyspieler!

von Thomas Roost

Hischiers Aussichten bei den New Jersey Devils
Thomas Roost ist seit 1996 NHL-Scout für den zur NHL gehörenden Central Scouting Service und seit 2010 Scout für den EHC Biel. Hauptberuflich ist er als CHRO und Mitglied der Konzernleitung in einer internationalen Touristikfirma mit weltweit 1500 Mitarbeitenden tätig. Thomas leistet sich eine eigene Meinung und freut sich immer sehr über Reaktionen zu seinen Beiträgen die zur Diskussion Anlass geben sollen. Er pflegt auch mit viel Spass seinen Twitter-Account @thomasroost.

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