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Berras Abgang aus Fribourg: Ein gefährliches Spiel - aber für wen genau?
Dario Bulleri
Von Dario Bulleri
dario.bulleri@sportalgroup.com
 
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Berras Abgang aus Fribourg: Ein gefährliches Spiel - aber für wen genau?
Reto Berra wechselt zurück in die NHL! Eine Nachricht, die in der Hockeyschweiz auf mehreren Ebenen für Aufsehen sorgt. Es ist eine durchaus spezielle Situation: Berra war erst gerade in die Schweiz zurückgekehrt und hätte die kommende Saison für Fribourg-Gottéron bestreiten sollen. Nun kam aber das Angebot aus Anaheim - und diesem Ruf konnte der Goalie nicht widerstehen.

Dieser Wechsel ist aus der Sicht von Schweizer Hockeyfans - wenn das Herz nicht gerade für Fribourg schlägt - erfreulich. Es drohte zum ersten Mal seit vielen Jahren ein NHL-Jahr ohne Einsatz eines Schweizer Goalies, ein Trend, der sich seit der Rückkehr von Jonas Hiller in die Schweiz angedeutet hat. Dies könnte Berra nun also doch verhindern.

Der Zürcher wird versuchen, die Schweizer Fahne weiterhin in der besten Liga der Welt hochzuhalten. Der 30-Jährige ist kein unbeschriebenes Blatt in Nordamerika: Seit seinem Abgang aus Biel hat der Schweizer für Calgary, Colorado und Florida immerhin 71 NHL-Partien bestritten und sich mit meist guten Leistungen einen Namen gemacht. Teilweise konnte der Schweizer richtiggehend brillieren, doch es fehlte an der Konstanz, um sich endgültig zu etablieren.

Was allerdings nicht optimistisch stimmt, ist der Trend, welcher zuletzt beim Zürcher stattfand. Während er in seiner ersten Saison in Nordamerika noch 31 Partien in der besten Liga der Welt bestreiten durfte, ging es danach mit 19, 14 und 7 Partien pro Jahr abwärts. Während seiner letzten Saison bei den Panthers war Berra gar nur dritte Wahl und kam deshalb fast ausschliesslich in der AHL zum Einsatz. Erst als Roberto Luongo verletzungsbedingt ausfiel, kam der Schweizer wieder zum einen oder anderen Einsatz in der NHL.

Gibt es ein Vorbeikommen an Gibson oder Miller?

Natürlich stellt sich nun die Frage: Was dürfen wir von Reto Berra erwarten? Wird der Schweizer Stammkeeper sein? Oder der Backup? Oder reicht es wieder nur für die American Hockey League? Die Situation ist sicherlich nicht einfach: Denn mit John Gibson und Ryan Miller haben die Ducks gleich zwei Torhüter unter Vertrag, die in der letzten Saison für Anaheim (Gibson) und Vancouver (Miller) mehr als 50 NHL-Partien absolvierten.

Berras Abgang aus Fribourg: Ein gefährliches Spiel - aber für wen genau?
SPORTAL-HD-Experte und NHL-Scout Thomas Roost ist dies betreffend alles andere als optimistisch: "In der NHL wirft diese Vertragsunterzeichnung rein gar keine Wellen. Dies ist maximal eine unbedeutende Randnotiz wert. Berra wird dort rein gar nicht mit Sicherheit als Nummer drei geführt, sondern er wird sich mit dem aufstrebenden Kevin Boyle, dem erfahrenen Dustin Tokarski und vielleicht auch noch mit Angus Redmond um Spielzeit in der AHL streiten."

Voraussetzung für NHL-Einsätze sei also einerseits, dass sich Berra in diesem Vierkampf um die Nummer drei durchsetzen kann, andrerseits muss er darauf spekulieren, dass sich einer der beiden - im Normalfall unantastbaren - Topkeeper Gibson oder Miller verletzt. Ein Szenario, welcher keine allzu hohe Wahrscheinlichkeit hat. Im besten Fall ist also davon auszugehen, dass Berra - wenn überhaupt - im Farmteam bei den San Diego Gulls zum Einsatz kommen wird. Es ist also trotz diesem Wechsel möglich, dass in der nächsten Saison kein Schweizer Goalie in der NHL spielen wird.

Berra weg, Conz weg

Ebenfalls nicht allzu rosig scheinen die Aussichten bei Fribourg-Gottéron zu sein. Die Drachen haben nach dem Abgang von Berra ihren Stammgoalie abgeben müssen. Eine ziemlich ärgerliche Sache, wenn man bedenkt, dass die Drachen erst vor kurzem ihren bisherigen Stammkeeper Benjamin Conz zu Liga-Konkurrent Ambri-Piotta ziehen liessen.

Für Fribourg sehe ich die Situation nicht so dramatisch wie viele meinen.

Dies ist natürlich unangenehm für die Fans, aber auch für Sportchef Christian Dubé. Der Kanadier steht nun am Pranger wegen der NHL-Ausstiegsklausel, die Berra diesen Abgang überhaupt erst ermöglichte. Dubé richtete sich nach der Bekanntgabe des Transfers in einem Video an die Fans, in dem er mitteilte, dass die Verpflichtung Berras ohne diese Klausel gar nicht erst möglich gewesen wäre. Die Wahrscheinlichkeit eines NHL-Angebots wurde als so gering eingeschätzt, dass man dieses Angebot annahm. Auch zur Thematik Conz äusserte sich Dubé und betonte, dass es auch ohne die Berra-Verpflichtung zu einer Trennung gekommen wäre.

Wird jetzt Fribourg mit einem Goalie-Problem in die kommende Saison starten? Wohl kaum, glaubt Thomas Roost. Der SPORTAL-HD-Experte ist überzeugt, dass der Abgang von Reto Berra nicht die dramatischen Auswirkungen hat, die von vielen prophezeit werden: "Für Fribourg sehe ich die Situation nicht so dramatisch wie viele meinen. Ludovic Waeber (der designierte Back-Up Berras, Anm. d. Red.) ist einer der talentiertesten jungen Goalies der Schweiz, ich persönlich halte viel von ihm. Leider wurde er immer mal wieder durch gröbere Verletzungen zurückgeworfen. Wenn er verletzungsfrei bleibt, dann wird er sicher fähig sein, ansprechende NLA-Leistungen abliefern zu können.

Einige Kandidaten für das Drachen-Tor

Trotzdem ist natürlich klar, dass Gottéron nicht nur mit einem Torhüter in die kommende Saison starten wird. So kommunizierte Dubé, dass er bereits auf der Suche nach einem Keeper ist. Für Roost ein logischer Schritt: "Fribourg wird sich jetzt ganz einfach auf dem Markt umsehen und vielleicht eine Ausleihlösung anstreben. Möglicherweise mit einer guten Nummer zwei wie Joren van Pottelberghe, einem des ZSC-Duos Flüeler/Schlegel oder Melvin Nyffeler aus Rapperswil, falls dieser eine NLA-Ausstiegsklausel besitzt. Vielleicht will man auch mehr auf Erfahrung setzen und versuchen, Martin Gerber für ein Jahr zu verpflichten.

Berras Abgang aus Fribourg: Ein gefährliches Spiel - aber für wen genau?
Roost ist sich also sicher: "Es gibt für mich verschiedene Szenarien für Gottéron und all diese Möglichkeiten sind nicht sehr viel schlechter als Berra - wenn überhaupt. Der Katzenjammer wird meiner Meinung nach überschätzt." Man muss also trotz dem Wechsel nach Nordamerika festhalten: Es ist durchaus möglich, dass sich am Ende Reto Berra mehr nach der Schweiz zurücksehnen wird als Fribourg nach seinem einstigen Hoffnungsträger.

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