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Nordirland - keinesfalls ein einfacher Gegner
David Marbach
Von David Marbach
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Nordirland - keinesfalls ein einfacher Gegner
Die Schweizer Nationalmannschaft trifft nun also im November in der Barrage der WM-Qualifikation auf Nordirland. Auf dem Papier scheint das Los Nordirland für die Schweizer Nationalmannschaft eine machbare Aufgabe. Die Schweiz ist um die beiden grösseren Gegner Schweden und Irland herumgekommen. Trotzdem werden die Begegnungen gegen Nordirland definitiv kein Selbstläufer, vor allem wenn man die bisherige Qualifikation der Nordiren genauer betrachtet.

Als das Los Nordirland bekannt wurde, schrieben einige Schweizer Medien vom "Traumlos der Schweizer Nationalmannschaft" oder sprachen vom "riesigen Glück" der Schweiz, den "schlechtesten Gegner" zugelost bekommen zu haben. Aussagen, die man mit Vorsicht geniessen muss. In der nordirischen Mannschaften sind zwar keine grossen Stars zu finden, dafür funktioniert das Kollektiv umso besser. 

Abwehrbollwerk rund um West-Brom-Duo Johnny Evans und Gareth McAuley

Vor allem defensiv ist Nordirland wirklich gut besetzt. Die Abwehr der "Green & White Army" präsentierte sich sowohl an der letzten Europameisterschaft wie auch in der WM-Qualifikation äusserst solide. Mit Ex-Man-United-Star Johnny Evans und dem sehr erfahrenen Gareth McAuley bildet die nordirische Defensive ein beinahe unüberwindbares Hindernis. Die beiden Innenverteidiger sind ein eingespieltes Duo, spielen zusammen in der Premier League bei West Bromwich Albion und sind auch dort für ihre defensiven Qualitäten bekannt. Schon mancher Stürmerstar biss sich in der Premier League die Zähne an diesem Abwehrduo aus. Auch Arsenal fand in der letzen Saison fast kein Vorbeikommen am Abwehrbollwerk der "Baggies" rund um die Nordiren Evans, McAuley und Chris Brunt und verlor in der Rückrunde mit 1:3. Granit Xhaka dürfte also wissen, was die Schweiz gegen Nordirland erwarten wird.

Nordirland - keinesfalls ein einfacher Gegner
An der Europameisterschaft 2016 in Frankreich kassierten sie in einer starken Gruppe mit Deutschland, Polen und der Ukraine lediglich zwei Gegentore und schieden im Achtelfinale nach einem harten Kampf gegen Wales aus dem Turnier aus. In der bisherigen Qualifikation für die WM 2018 in Russland qualifizierte sich Nordirland vor Mannschaften wie Tschechien und Norwegen als Gruppenzweiter für die Barrage. In den zehn Spielen blieb das Team von Michael O'Neill sieben Mal ohne Gegentor. Fünf der insgesamt sechs Gegentreffer in der WM-Quali mussten die Nordiren gegen den Weltmeister Deutschland hinnehmen. 

Die nordirischen Standardspezialisten

Offensiv sind die Nordiren zugegeben keine grosse Macht. Spielerisch sind ihre Mittel begrenzt. Einzig Spielmacher Steven Davies, Captain von Southampton und der nordirischen Nationalmannschaft ist in der Lage, das Spieldiktat an sich zu reissen und die entscheidenden Pässe zu spielen. Diese Schwächen in der Offensive sind Nationaltrainer Michael O'Neill jedoch bewusst, deshalb konzentriert sich seine Mannschaft vor allem auf das Verteidigen, auf ihr körperliches Spiel mit viel Leidenschaft und Kampf, und auf Standardsituationen.

Nordirland - keinesfalls ein einfacher Gegner
Dort ist Nordirland nämlich brandgefährlich: Fast die Hälfte der 17 erzielten Tore in der WM-Quali sind nach ruhenden Bällen entstanden (8 Tore, inkl. 2 Elfmeter). Aussenverteidiger Chris Brunt mit dem linken und Mittelfeldregisseur Steven Davis mit dem rechten Fuss sind in der Lage sehr präzise und scharfe Bälle in den gegnerischen Strafraum zu schlagen. Die grossen Kopfballspezialisten Evans (1.89 m), McAuley (1.91 m), Lafferty (1.93 m) und Magennis (1.88 m) müssen diese Hereingaben jeweils nur noch entscheidend ablenken. In der Stammelf von Vladimir Petkovic ist den Nordiren in Sachen Körpergrosse lediglich Johan Djourou ebenbürtig.

Doch Vladimir Petkovic wird nun rund drei Wochen Zeit zur Verfügung haben, die klar erkennbaren Stärken und Schwächen Nordirlands zu analysieren, um seine Mannschaft optimal auf die zwei Begegnungen einstellen zu können. Überraschungen wird es im Spiel der Nordiren nämlich mit Sicherheit keine geben. 

Nordirland - keinesfalls ein einfacher Gegner
"Will Grigg's on Fire, your Defence ist terrified."

Im Hinspiel am 09. November dürfte die Schweizer Nationalmannschaft im Windsor Park in Belfast ein "Hexenkessel" erwarten. Die nordirischen Fans sind sehr fussballbegeistert und unterstützen ihr Team lautstark. Das haben sie schon an der Europameisterschaft in Frankreich gezeigt. Will Grigg ist zwar in der Nationalmannschaft mittlerweile nicht mehr dabei, dennoch werden die nordirischen Anhänger auch auswärts im St. Jakob Park auf jeden Fall zu hören sein.

Ein Weiterkommen gegen Nordirland ist ohne Wenn und Aber Pflicht

Man darf Nordirland also auf keinen Fall unterschätzen oder auf die leichte Schulter nehmen. Das scheint aber auch Nationalcoach Vladimir Petkovic und den Schweizer Nati-Spielern bewusst zu sein. Torhüter Yann Sommer geht beispielsweise von einer "richtig schwierigen" Aufgabe aus: "Dass der Weg an eine Endrunde kein Spaziergang ist, ist aber sowieso klar. Wir werden uns sehr gut vorbereiten und freuen uns auf diese Challenge." Auch Petkovic gibt sich im Interview zurückhaltend und spricht von "keiner einfachen Aufgabe".

Nordirland - keinesfalls ein einfacher Gegner
Und trotzdem muss sich die Schweiz natürlich gegen Nordirland durchsetzen, sonst haben wir an der kommenden Weltmeisterschaft in Russland nichts verloren. Es gilt das Spieldiktat von Anfang an, an sich zu reissen, den Nordiren das eigene Spiel aufzuzwingen und die wenigen Chancen, die sich der Schweiz vor dem gegnerischen Tor bieten werden, eiskalt auszunutzen. Die Equipe von Vladimir Petkovic hat in der bisherigen WM-Qualifikation bewiesen, dass sie im Stande ist, spielerisch schwächere Gegner zu dominieren. Es braucht schon im Hinspiel eine abgeklärte Leistung und ein Tor in Belfast wäre eminent wichtig. Denn eine Nullnummer im Hinspiel, würde uns in Basel ein auf alle Fälle nervenaufreibendes Rückspiel bescheren.

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