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Der Karjala-Cup - Belohnung und Chance zur gleichen Zeit
Dario Bulleri
Von Dario Bulleri
dario.bulleri@sportalgroup.com
 
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Der Karjala-Cup - Belohnung und Chance zur gleichen Zeit
Am Mittwochabend startet die Schweizer Eishockey-Nati in den Karjala-Cup. Es wird eine Premiere sein: Zum ersten Mal überhaupt erhielt die Schweiz eine Einladung für das Testturnier. Dies ist nicht zu unterschätzen und trägt gleich mehrere positive Aspekte mit sich.

Um dies zu erklären, müssen wir erst einmal eine grundlegende Frage beantworten. Was ist überhaupt der Karjala Cup? Wer ist dabei, wie ist er zu gewichten?

Den Karjala-Cup gibt es seit 1996. Namensgeber ist die finnische Brauerei Karjala, der Wettbewerb findet einmal jährlich statt. Traditionell waren jeweils vier Teams am Start: Gastgeber Finnland, Schweden, Tschechien und Russland. Dieses Jahr wurde das Teilnehmerfeld ausnahmsweise aufgestockt - mit der Schweiz und Kanada.

Der Karjala-Cup ist Teil der Euro Hockey Tour, der inoffiziellen Hockey-Europameisterschaft. Der Stellenwert ist also sicher nicht gleich hoch wie eine WM oder Olympische Spiele, allerdings ist der Karjala-Cup ein prestigeträchtiger Wettbewerb für die besten Nationalteams.

Aussergewöhnliche Einladung

Dass die Schweiz in diesem Jahr teilnehmen wird, darf bereits als grosser Erfolg gewertet werden. Wie zuvor erwähnt ist das Teilnehmerfeld normalerweise auf die vier Topteams Europas beschränkt. Dass die Schweiz also vom finnischen Verband eine Einladung erhielt, zeigt, dass das internationale Ansehen für das Schweizer Eishockey in den letzten Jahren gestiegen ist und sowohl für die Verbände als auch für die Fans im Ausland ein attraktiver Gast geworden ist. Es ist eine weitere Bestätigung für den Aufwärtstrend des Schweizer Hockeys, welcher sich vor allem mit der WM-Finalteilnahme 2013 in Stockholm und dem First-Overall-Draft von Nico Hischier dieses Jahr bemerkbar gemacht hat: Das Schweizer Hockey ist plötzlich auch im Ausland sexy.

Der Karjala-Cup - Belohnung und Chance zur gleichen Zeit
Allerdings wird die Schweiz nicht teilnehmen, um das Turnier um jeden Preis zu gewinnen. So ist das Turnier dieses Jahr in erster Linie ein Testturnier für die Olympischen Spiele. Und um diesen Test zu nutzen, hat Nati-Trainer Patrick Fischer ein riesiges Kader aufgeboten. Neulinge sind keine mit dabei, stattdessen etablierte Nationalspieler wie Andres Ambühl, Denis Hollenstein, Simon Moser und hungrige Youngsters wie Gilles Senn und Michael Fora, die eher Aussenseiterrollen auf einen Olympiaplatz haben, aber in Zukunft ein wichtiger Bestandteil der Eisgenossen sein könnten.

Wer kann sich aufdrängen?

Aufgrund von Verletzungen wurden ausserdem einige Spieler nachnominiert, die gewissermassen eine "Do or Die"-Situation vorfinden: Mit einer überzeugenden Leistung liegt das Olympia-Ticket bereit, sonst gerät man schnell wieder in Vergessenheit. So haben gewisse Wackelkandidaten wie Luca Cunti oder Sven Ryser genau eine Chance, um sich für die Olympischen Spiele ins Gespräch zu bringen. Am Karjala-Cup wird es wohl also den ersten Schnitt im Kader geben, bevor die Nati dann Ende Jahr am Spengler Cup wohl bereits in best möglicher Besetzung antreten wird.

Der Karjala-Cup ist aber nicht nur wertvoll, um die eigenen Spieler zu testen, sondern auch um die Gegner kennenzulernen - dieses Jahr ganz besonders. Da bekanntlich die NHL-Spieler in Südkorea nicht mit dabei sein werden, treten wohl auch die besten Nationen der Welt bereits in bestmöglicher Besetzung an. Die Nati testet also wohl bereits gegen die Olympia-Teams der grossen Gegner - eine bessere Vorbereitung könnte es gar nicht geben. Mit von der Partie sind übrigens auch einige, die in der Schweiz ihr Geld verdienen: Für Kanada werden Nick Spaling (Genf-Servette), Mason Raymond, Andrew Ebbett und Maxime Noreau (alle SC Bern) auflaufen, bei Tschechien steht Michal Birner (Fribourg) im Kader, für Schweden spielen Robert Nilsson und Frederik Pettersson (beide ZSC) und für Finnland Jani Lajunen (Lugano), Antti Erkinjuntti (SCL Tigers) und Mika Pyörälä (SC Bern).

Der Karjala-Cup - Belohnung und Chance zur gleichen Zeit
Auch wenn der sportliche Erfolg also nicht im Vordergrund stehen wird - für die Schweizer Fans wird es auf alle Fälle interessant sein, den Karjala-Cup mitzuverfolgen. Und sollte es tatsächlich noch zum Turniersieg reichen, dürfte die Vorfreude auf die Olympischen Spiele noch grösser werden.

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