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Eine Mannschaft mit zwei Gesichtern und zwei Problemen
Dillon Roth
Von Dillon Roth
dillon.roth@sportalgroup.com
 
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Eine Mannschaft mit zwei Gesichtern und zwei Problemen
Die Premiere am Karjala Cup ist für die Schweizer Nationalmannschaft vorüber und endete mit einer knappen 2:3-Pleite gegen das Team Canada. Das Team von Patrick Fischer zeigte in etwas abgeänderter Form eine weitaus gute Leistung, die jedoch in zwei Phasen aufgeteilt war.

Bereits im Voraus war klar, dass 10 Spieler der ZSC Lions und des SC Bern erst am Freitag in Finnland gegen Tschechien auf dem Eis stehen werden, da sie zuvor noch in der CHL im Einsatz standen. Somit fehlte am Mittwochabend in Biel noch ein Teil des 33 Mann starken Aufgebots. Trotzdem konnte Nationaltrainer Patrick Fischer auf vier mehr oder weniger ausgeglichene Linien setzen.

Starke erste Phase geprägt von Kampf und Hartnäckigkeit

Der Start in die Partie war sehr gut gelungen und während des gesamten ersten Drittels liess man die Kanadier eigentlich nie wirklich gefährlich werden. Die Nordamerikaner sind dafür bekannt in der gefährlichen Zone vor dem Tor, dem Slot, unverwüstlich nachzusetzen, was gegen Goalie Jonas Hiller und seine Defensivkollegen in den ersten 20 Minuten nie wirklich gelang. 

So konnten sich die Schweizer vor allem auf ihr Offensivspiel konzentrieren und taten dies entschlossen und zielstrebig. Die Sturmlinien spielten schnell und zeigten viel Engagement, womit man auch zu zahlreichen Chancen gekommen war, was jedoch noch nicht zu einem Torerfolg führte. Besonders die Linie um Reto Suri, Lino Martschini und Cody Almond wirbelte die kanadische Verteidigung teilweise richtig durcheinander, scheiterte mit ihren guten Chancen jedoch am ehemaligen NHL-Goalie Ben Scrivens.

Eine Mannschaft mit zwei Gesichtern und zwei Problemen
Auch zu Beginn des Mittelabschnitts veränderten sich die Spielanteile keineswegs und die Schweizer blieben am Drücker. In der 26. Minute setzte wieder der Block um Almond, Suri und Martschini gut nach, spielt die Scheibe nach mehreren Abschlüssen zurück an die blaue Linie, wo Ambri-Captain Michael Fora mit einem Slapshot zum wohlverdienten 1:0 traf. Der 22-Jährige belohnte damit eine für ihn persönlich insgesamt starke Leistung und einen aufsässigen Auftritt des Schweizer Nationalteams. 

Abfallende zweite Phase mit viel falschem Einsatz

Die 29. Minute verändert dann jedoch den ganzen Spielverlauf und irgendwie auch die Mannschaft von Patrick Fischer. Für einmal wurde vor dem eigenen Tor nicht gut nachgesetzt und die gearbeitet und da war Gilbert Brulé, der kurzzeitig einmal bei den ZSC Lions unter Vertrag stand, zu Stelle und verwertete den Abpraller bei Jonas Hiller zum Ausgleich. Kurz darauf hätte es eigentlich das zweite Tor für die Kanadier geben müssen, doch Hiller vereitelte mirakulös den Versuch von Wolski.

Team Canada hatte das Spieldiktat übernommen und kam so in der 36. Minute zum 2:1. Samuel Walser kehrt nach einer der zahlreichen Schweizer Strafen aufs Eis zurück, doch just in diesem Moment lenkt Eric O'Dell den Puck entscheidend ins Tor ab. Wieder stand die Schweiz zu weit von ihren Gegenspielern weg und räumten im Slot zu wenig konsequent auf. Die Nachlässigkeit vor dem eigenen Gehäuse gipfelt dann nur wenige Sekunde später, als Kanada erneut traf. Einen Schuss musste Hiller nach vorne abprallen lassen und statt, dass dort ein Mitspieler die Scheibe wegschlagen würde, brauste Matt Ellison heran und vollendete unbedrängt zur Zwei-Tore-Führung der Gäste.

Eine Mannschaft mit zwei Gesichtern und zwei Problemen
Im letzten Drittel kassierte das Team von Patrick Fischer dann zu viele unnötige Strafen, ein Problem, welches sich ab der Spielmitte sowieso etwas herauskristallisierte. Damit waren auch die guten Torszenen der Schweizer etwas Mangelware und das Spiel plätscherte dem Ende entgegen. 150 Sekunden vor Ablauf der Spieldauer nahm Fischer dann Hiller vom Eis und ersetzte ihn mit einem sechsten Mann. Diese Massnahme trug zwar Früchte, da Romain Loeffel noch zum 2:3 Anschlusstor kam, für mehr reichte es aber nicht, da gegen Ende erneut ein Schweizer Spieler in die Kühlbox musste. Zwei Tore durch zwei Verteidiger, etwas sinnbildlich für die Vorstellung der Sturmlinien, die glücklos blieben.

Fazit dürfte trotzdem zufriedenstellen 

Alles in allem kann man aber gut und gerne von einem gelungenen Auftakt in die Olympiavorbereitung sprechen. Während den ersten 28 Minuten gehörten die Spielanteile mehrheitlich dem Gastgeber und die Mannen von Patrick Fischer verfolgten ihren klaren Game-Plan. Obwohl Kanada danach zehn Minuten lang die Oberhand gewann, da die Schweizer etwas den Tritt verloren, kann man alles in allem auf einem solchen Aufritt aufbauen. Vor dem Tor müssen sie über die vollen sechzig Minuten diszipliniert arbeiten und sich keine dummen Strafen mehr einhandeln, dann hätte es schon gegen Team Canada mit de Sieg geklappt. 

Für Philippe Furrer, Luca Cunti, Samuel Walser, Gregory Sciaroni, Sven Ryser, Cody Almond, Raphael Diaz, Lino Martschini und Reto Suri war das der einzige Einsatz beim Karjala Cup, sie kehren zu ihren Teams zurück und werden von den 10 ZSC/SCB-Spielern ersetzt, inklusive Marco Maurer, der für den verletzten Eric Blum nachnominiert wurde.

Eine Mannschaft mit zwei Gesichtern und zwei Problemen
Im Hinblick auf das Olympiakader gibt es aus dem Kanada-Spiel aber auch einige Gewinner. Das Trio Almond, Martschini und Suri generierte ständig Torgefahr und hielt die Kanadier auf Trab. Michael Fora fiel nicht nur durch sein Tor auf, auch sonst spielte der Tessiner eine starke Partie und hatte zum Spielende sogar eine positive Bilanz. Ausser Goalie Jonas Hiller fiel keiner weder negativ, noch positiv auf, was grundsätzlich ein gutes Zeichen ist. Hiller dagegen stand zuletzt etwas in der Kritik, doch sein Auftritt im eigenen Stadion hat nicht nur Biel-Coach Mike McNamara gezeigt, dass das Formtief nur eine Momentaufnahme war. 

Das Spiel macht aber Lust auf mehr, was der Schweizer Eishockey-Fan am Freitag- und Samstagnachmittag mit den Spielen in Helsinki gegen Tschechien und Russland auch bekommen wird.

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