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''Achtung, fertig... P.K. & Co.!''

''Achtung, fertig... P.K. & Co.!''
In den Hitparaden über die „schillerndsten Persönlichkeiten“ einer Sportart oder Liga, werden in der Regel die sportlichen Aspekte aufgeführt. Aber es gibt auch andere Dinge, die einen Profisportler zu einer „schillernden“ oder ganz einfach einer interessanten Figur machen.

Auch in der NHL gibt es Individuen, die aus einem bestimmten Grund aus dem Mainstream fallen. Es gibt sie immer noch, die „Sean Averys dieser Welt“ in der NHL. Einige stehen im Scheinwerferlicht vor allem wegen ihrer Eigenheiten, die nicht nur sportlichen Charakter haben.

Evander Kane: „Der Unverbesserliche“

Kaum ein NHL-Spieler hat in den letzten Jahren sein zweifelsohne immenses Talent so vergeudet und nicht ausgeschöpft wie Evander Kane. Der Buffalo-Stürmer polarisiert wegen seiner Selbstzufriedenheit und zuweilen auch wegen ziemlich unreifen Aktionen ausserhalb des Eisrinks. So liess er sich beispielsweise gerne auch mal mit einem fetten Bündel Dollarnoten in Vegas fotografieren und postete das Bild mit einer süffisanten Bemerkung in den Sozialen Medien. Kleinere Problemchen mit der Justiz und einige clubinterne Disziplinarverfahren runden sein Profil ab. Kane verlässt sich gerne auf sein Talent und gilt nicht als einer der trainingsfleissigsten. Diese Saison jedoch wird von ihm ein Paradigmenwechsel erwartet. Vielleicht seine letzte Chance, ein positiveres Bild von sich zu zeichnen als jenes vom „Unverbesserlichen“. Bisher – trotz der sehr durchwachsenen Saison der Buffalo Sabres – scheint ihm das zu gelingen.

''Achtung, fertig... P.K. & Co.!''
Joshua Ho-Sang: „Mister Multikulti“

Die NHL ist „multikulti“. Nicht nur, weil sich Spieler aus allen Herren Ländern etablieren und in der Zwischenzeit viele Afroamerikaner oder Latinos die NHL mit ihrem Können bereichern. Der „Multikulturellste“ NHL-Profi ist wohl Joshua Ho-Sang, Rechtsflügel der New York Islanders und ab 2017/18 designierter Rookie-Stammspieler bei den „Isles“. Der extrem talentierte ehemalige Erstrunden-Draftpick der New York Islanders ist der Sohn einer kanadisch-jüdischen Mutter aus Thornhill/Ontario (Vorstadt von Toronto), welche in Santiago de Chile geboren wurde und aus einer russisch-schwedischen Familie stammt. Sein Vater ist ein Jamaikaner, der mit 12 Jahren nach Kanada emigrierte. Und um den interessanten ethnischen Cocktail komplett zu machen, stammt Joshuas Grossvater aus Hongkong. Daher der nicht gerade jüdische Nachnahme Ho-Sang. Zirka ein Dutzend jüdische Eishockeyprofis spielen in der besten Liga der Welt. Und jetzt kommt einer hinzu, dem die Experten ebenfalls eine goldene Zukunft voraus sagen und dessen Herkunftsgeschichte geradezu abenteuerlich ist.

''Achtung, fertig... P.K. & Co.!''
P.K Subban: Der Entertainer

P.K. Subban polarisiert. Das ist nicht neu. Entweder man liebt seinen Stil oder man nervt sich über ihn. Auf ihn in der NHL zu verzichten will jedoch niemand. Denn Pernell Karl Subban ist ein Entertainer und der wohl beste Selbstvermarkter aller Zeiten in der NHL. Er hat eine eigene Marke aufgebaut, sich selbst zur Trademark gemacht und verkörpert einen speziellen Stil. Er hat das Showbiz' im Blut, zieht die Blicke im und ausserhalb des Stadions auf sich und produziert Jahr für Jahr interessante Nebengeschichten. Mit dem Auftritt als Gastgeber der in Kanada sehr populären Comedy-Sendung „Just for Laugh“ setzte er sich 2016 ein Denkmal. Der zudem immer extravagant, aber dennoch mit Stil gekleidete P.K. Subban (seine Hüte zum Anzug sind schon Legende und werden von Modedesignern als Inspiration aufgenommen) ist nun definitiv in den Kreis jener NHL Stars vorgestossen, die man mit Recht als die „Entertainer der Branche“ bezeichnen darf.

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Brad Marchand – Die „Pest“

Warum ist Brad Marchand der wohl meistgehasste NHL-Profi der Gegenwart? Zwei Gründe sprechen dafür: Marchand ist nicht nur ein gefürchteter Trash Talker und Störenfried, er ist auch noch spielerisch Extraklasse. Als legitimer „Erbe Sean Averys“ spielt er seine Rolle sogar noch besser als das Grossmaul der NHL von einst. Natürlich rückt Brad Marchand so in die Elite der „schillerndsten NHL-Spieler“ der NHL auf.

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Kevin Shattenkirk: Der „Rückkehrer“

Geboren und aufgewachsen in New Rochelle/New York hatte Kevin Shattenkirk immer den einen Traum: Einmal für die New York Rangers zu spielen. Dieser Traum ging in Erfüllung und dafür nahm er einige Kompromisse auf sich. Denn er verzichtete bei den Transferverhandlungen in diesem Sommer auf ein höheres Salär, um bei seinem Wunschclubs spielen zu können. Die Blueshirts nutzten diese Vorgabe für eine Win-Win- Verhandlung, die dem Offensivverteidiger vier Jahre jeweils 6,65 Millionen einbringen wird.

 

''Achtung, fertig... P.K. & Co.!''


Von Joël Ch. Wüthrich**

** Joël Ch. Wüthrich publiziert wöchentlich Hintergrundberichte über die NHL in der
Fachpubikation Eishockey News und hat ein ausgezeichnetes Beziehungsnetz in Nordamerika. Seit 1992 ist er Chefredaktor diverser namhafter Publikationen und Produktionen, unter anderem leitete er auch die Fachpublikationen Slapshot (2003-2006, 2013) und Top Hockey (1999-2003, 2006-2012). Joël Wüthrich leitet hauptberuflich ein crossmedial aufgestelltes PR-Büro und eine Player's Management Agentur (Sportagon), ist Crossmedia-Stratege und HF-Dozent für Kommunikation und Marketing. Er analysiert seit 30 Jahren als Autor/Chefredakteur in der Schweiz, Deutschland sowie in Kanada die NHL und beobachtet das Eishockeygeschehen weltweit intensiv. Der 50-jährige Familienvater (zwei Kinder) arbeitet in der Schweiz und in Montréal, wo ein grosser Teil
seiner Verwandtschaft wohnt.