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Der 3. Akt der Liga-Quali: Klotens letzte Hoffnung

Der 3. Akt der Liga-Quali: Klotens letzte Hoffnung
Zu den Träumen eines Eishockeyspielers gehört es, für seinen Club Geschichte zu schreiben. Für die Akteure des EHC Kloten droht dieser Traum auf die schlimmste mögliche Weise in Erfüllung zu gehen. Nur noch zwei Niederlagen trennen die Zürcher Unterländer vom erstmaligen Abstieg in der Vereinsgeschichte. Was müssen Denis Hollenstein und Co. ändern, um diese Premiere noch abzuwenden?

Bislang liess der SC Rapperswil-Jona keine Zweifel an ihren Ambitionen aufkommen. Die Rapperswiler treten als verschworene Einheit auf und bestrafen die Fehler des EHC Kloten eiskalt. Gegen diesen Gegner braucht es eine Mannschaft, die wirklich auf National-League-Niveau spielt und sich so den Ligaerhalt verdienen kann. Bislang ist Kloten noch kein solches Team, zu verunsichert und fehlerhaft treten die Flieger auf. Eine Reaktion muss schnell kommen: Eine zweite Heimniederlage wäre wohl das Out gegen die zu Hause im Playoff noch ungeschlagenen Lakers. Mit den folgenden vier Punkten könnte es klappen.

1. Die Defensive muss wieder solide werden

Die Defensivarbeit bei Kloten war insbesondere im ersten Spiel geradezu erschreckend schwach. Bei keinem der vier Tore konnte man von einer gelungenen Zuordnung sprechen; auch am Samstag konnte Rapperswil teils schalten und walten, wie es wollte. Das wirkt sich gegen ein Rapperswil, das in den gesamten Playoffs im Schnitt gerade mal 1.53 Tore pro Spiel erhielt, doppelt aus: Kann man selbst nicht allzu viele Tore erwarten, darf man natürlich dem Gegner keine „billigen“ Treffer schenken. Für die nächsten Spiele muss der EHC Kloten Fehlpässe im Aufbau und das Auseinanderbrechen der Defensive unbedingt verhindern. Jeder Mann muss bei seinem Gegenspieler bleiben und den Rapperswilern das Leben in der Zone möglichst schwer machen.

2. Kloten muss konsequenter auftreten

Der 3. Akt der Liga-Quali: Klotens letzte Hoffnung
Vor dem Tor haben wir die Konsequenz bereits angesprochen: Wenn Corsin Casutt gleich zweimal völlig ungestört am langen einschieben kann, oder wenn ein Spieler zwei bis drei Nachschüsse allein vor dem Tor anbringen kann, dann läuft eindeutig etwas falsch. Aber auch im Angriff fehlt Kloten der Wille, direkt aufs Tor zu ziehen und die dreckigen Treffer zu suchen. Ein Musterbeispiel liefert Vincent Praplan am letzten Samstag: Der Walliser dribbelt dem Gegner Knoten in die Beine, nur um dann harmlos auf Nyffelers Körper zu schiessen. Die letzte Überzeugung im Abschluss fehlt den Klotenern, weshalb sie auch viel zu selten zu wirklich gefährlichen Chancen kommen.

3. Keine dummen Strafen nehmen

Am Donnerstag zuhause hatte dies noch lange gut geklappt: Bis in die 57. Minute leistete sich Kloten überhaupt keine Fouls. Die einzige Strafe der Zürcher war aber schon damals komplett unnötig: Das ungeschickte Zweikampfverhalten von Praplan sorgte dafür, dass die Klotener Aufholjagd nach dem 1:3 gerade mal eine Minute dauerte. Am Samstag hingegen waren ungeschickte Strafen Teil der Niederlage: Tim Ramholt beging im Boxplay hinter dem Tor ein Beinstellen, die doppelte Überzahl nutzte Rapperswil zum 2:0, danach war Klotens Widerstand grösstenteils gebrochen. Kloten nimmt keineswegs zu viele Strafen, aber in sehr ungünstigen Momenten. Das muss man jetzt verhindern.

Der 3. Akt der Liga-Quali: Klotens letzte Hoffnung
4. Die Mentalität der Spieler

Das wohl grösste Problem ist auch das Schwierigste. Klotens Spieler treten nicht mit der Mentalität eines Abstiegskampfs auf. In dieser Serie hatte der EHC Kloten von Anfang an nur eine Chance, wenn die Zürcher um ihr Leben kämpfen und mit Leidenschaft in jedes Spiel gehen. Das fehlt vor allem den Topspielern aber momentan: Es wird nicht jedem Puck nachgesetzt, Rapperswil hat viel zu leichtes Spiel damit, die Abpraller zu kontrollieren, im Backchecking sind die Unterschiede zwischen SCRJ-Leader Dion Knelsen und Klotens Führungsspielern wie Hollenstein und Santala enorm.

André Rötheli muss einen Weg finden, seine Spieler aufzurütteln, sei es durch eine Brandrede, einen Linienwechsel oder indem er wie im Viertelfinale Arno del Curto auf neue, junge und hungrige Spieler setzt. Macht er jedoch so weiter wie bisher, wird Kloten sang- und klanglos in die Swiss League abstürzen.

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