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Mit Tempo, Energie und Disziplin gegen Zahlen und Fakten

Mit Tempo, Energie und Disziplin gegen Zahlen und Fakten
Noch nicht oft ist das Nationalteam mit einer so talentierten Mannschaft angetreten wie an der WM in Dänemark. Dennoch spricht im Viertelfinal heute gegen Finnland nicht viel für die Schweiz.

"Speed" und "Energie." Die beiden Schlagwörter verwendet Fischer immer wieder, wenn er die Schweizer Mittel zum Erfolg beschreibt - auch während der Vorrunde in Kopenhagen. Phasenweise stellte die Schweiz in den vergangenen zwei Wochen auch gegen Mannschaften wie Tschechien, Russland oder Schweden unter Beweis, dass sie mit ihrem Tempospiel jeden Gegner in Verlegenheit bringen kann.

Nur, zumindest in den Partien gegen die drei Auswahlen der Top 6 gelang dies nicht über 60 Minuten. Ein Sieg gegen eine der grossen Eishockey-Nationen fehlt deshalb im Vergleich zu anderen Jahren. Um aber gegen Finnland, das bisher überzeugt und Siege gegen Kanada (5:1) und die USA (6:2) gefeiert hat, zu bestehen, wird eine konstant starke Leistung nötig sein.

Fehler im Aufbauspiel vermeiden

"Es muss uns gelingen, während 60 Minuten unser Spiel durchzuziehen", fordert Nino Niederreiter. Dazu sei ein diszipliniertes Spiel Pflicht. Unnötige Strafen und Scheibenverluste im Vorwärtsgang seien zu vermeiden, so der Stürmer der Minnesota Wild. "Das wird bestraft gegen ein solches Topteam." Diese Lehren müssten die Schweizer insbesondere aus den Partien gegen Russland (3:4) und Schweden (3:5) gezogen haben.

Angewiesen ist die Schweiz zudem auf eine Topleistung ihres Torhüters. Ob Reto Berra, der im letzten Gruppenspiel gegen Frankreich angeschlagen gefehlt hat, wieder fit wird, ist offen. Leonardo Genoni überzeugte bei seinen ersten Einsätzen nicht immer restlos, bewahrte die Schweiz aber gegen Frankreich mit tollen Paraden lange Zeit vor einem Gegentreffer.

Finnland ist eine starke Mannschaft, das wird ein hartes Spiel. Aber wir sind nicht hierher gekommen, um nach dem Viertelfinal wieder nach Hause zu gehen.

Mit Tempo, Energie und Disziplin gegen Zahlen und Fakten
Die talentierte Auswahl und die begeisternde Spielweise lässt auf einen Schweizer Exploit hoffen. Ansonsten spricht nicht viel für den ersten Halbfinal-Einzug eines Schweizer Teams seit 2013. Denn Finnland stellt in Dänemark unter der Regie von Sebastian Aho und Teuvo Teräväinen von den Carolina Hurricanes eine überzeugende Mannschaft. Finnland weiss mit Aho den besten Stürmer und mit Harri Säteri den statistisch besten Torhüter des Turniers in seinen Reihen. In sämtlichen wichtigen Statistiken sind die Finnen vorne dabei.

Und dann wäre da noch die Vergangenheit. Gegen keine andere Topnation hat die Schweiz in der Neuzeit so wenig gewonnen wie gegen Finnland. Der letzte Sieg in einem Pflichtspiel liegt 30 Jahre zurück (2:1 an den Olympischen Spielen in Calgary), an einer WM setzten sich die Schweizer letztmals 1972 durch. Und von ihren 14 Viertelfinals bei WM und Olympia gewann die Schweiz nur deren zwei, 1992 gegen Deutschland und 2013 gegen Tschechien.

Die Schweizer lassen sich von den Zahlen und Fakten, die gegen sie sprechen, nicht beirren. Vielmehr setzen sie im ersten WM-Viertelfinal gegen Finnland überhaupt auf ihre Stärken. "Finnland ist eine starke Mannschaft, das wird ein hartes Spiel. Aber wir sind nicht hierher gekommen, um nach dem Viertelfinal wieder nach Hause zu gehen", sagte Roman Josi, der gegen die Finnen wie Kevin Fiala erst seine dritte Partie an dieser WM bestreitet.

Anders als Finnland, das als Gruppensieger in Herning bleiben durfte, mussten die Schweizer am Mittwoch einen Reisetag einlegen. Mit einem Car fuhren sie von Kopenhagen in den rund drei Stunden entfernten Zweitspielort. Auf die Schweizer wartete auf dem dänischen Festland eine sportbegeisterte Stadt mit rund 45'000 Einwohnern.

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